Achim Fiedler - ein prominenter Dirigent für den Violinwettbewerb

Das aktuell wichtigste Datum für das Leopold-Mozart-Kuratorium rückt naher: Vom 3. bis 14. Mai 2016 wird der von ihm veranstaltete „9. Internationale Violinwettbewerb Leopold Mozart“ über die Bühne gehen. Jetzt wurde im Vorfeld eine wichtige Personalie geklärt: Das Kammerkonzert der Preisträger am 13. Mai 2016 im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses dirigiert Achim Fiedler.

Achim Fiedler war lange Jahre (1998-2012) Leiter des weltweit renommierten „Festival Strings Lucerne“. Der einstige Stipendiat der Herbert-von-Karajan-Stiftung wird nun am 13. Mai 2016 am Pult der MozartSolisten des Leopold-Mozart-Zentrums (LMZ) stehen und die frischgebackenen Preisträger des Augsburger Violinwettbewerbs begleiten.

Fiedler ist nicht nur ein gefragter Dirigent, er unterstützt auch kompetent den talentierten Nachwuchs durch Konzerte und Projekte. Musikfans erinnern sich an den Augsburger Auftritt Fiedlers im Januar 2015, als er bei „Mozartiana“, dem großen Mozart-Projekt X des Leopold-Mozart-Zentrums im Goldenen Saal Werke von Ignaz von Beecke, Johannes X. Schachtner und Mozart dirigierte. Dabei riss unter seiner Leitung in Mozarts Violinkonzert KV 271a der lettische Weltstar Baiba Skride die Zuhörer mit. Die profilierte Geigerin wurde in die Jury des 9. Internationalen Violinwettbewerbs Leopold Mozart berufen.

Wir stellten dem 1965 in Stuttgart geborenen Musiker Achim Fiedler einige Fragen:

Frage: Sie sind vertraut mit erfahrenen und perfekten Profis, wie den Solisten des „Festival Strings Lucerne“. Worin unterscheidet sich dabei die Arbeit mit dem Nachwuchs?

Achim Fiedler: Ich schätze bei jungen Solisten ihre technische Souveränität und ich finde ihre Unbekümmertheit oft sehr ansteckend. Junge Solisten riskieren auch mal etwas! Natürlich gibt es Dinge, die man als Dirigent dann besonders betreuen muss, aber es ist gerade das, was mich reizt. Die Interpretation gerade bei Mozarts Konzerten hat sich in den letzten Jahren im Zuge der historischen Aufführungspraxis sehr gewandelt. Nun ist die Enkelgeneration der Pioniere historischer Aufführungspraxis an der Reihe und ich bin sehr gespannt, welche Interpretationen wir hören werden.

Frage: Sind Wettbewerbe, wie der Internationale Violinwettbewerb Leopold Mozart, für die Talente eine unabdingbare Karriere-Station und mehr als ein Stress-Test?

Achim Fiedler: Zunächst sind Wettbewerbe ein Ziel, eine Herausforderung, auf die man hinarbeitet. So bekommt man Repertoire zusammen und man wagt sich an schwierige Stücke. Zu einem Wettbewerb eingeladen zu sein und das Repertoire „drauf zu haben“ - das ist bereits ein Erfolg! Für mich waren Wettbewerbe enorm wichtig: für die berufliche Laufbahn natürlich, aber auch um Kollegen zu finden, mit denen man sich austauscht. Mit manchen von ihnen verbindet mich nun eine jahrzehntelange Freundschaft.

Frage: Was sagen Sie Teilnehmern, die einen Wettbewerb trotz guter Leistung nicht gewinnen, denn es kann ja nur einen Sieger geben, bestenfalls geteilte Plätze?

Achim Fiedler: Es ist schon häufiger vorgekommen, dass der Zweit- oder Drittplatzierte später mehr Erfolg hatte als der erste Preisträger. Oft sind Publikumspreise oder Sonderpreise wie Konzertverpflichtungen ein wichtiges Sprungbrett. Es gibt andere Wettbewerbe mit anderen Juroren, da kann das Ergebnis durchaus anders aussehen. Und auch das: Nicht jedem liegt das Wettbewerbsspiel und es gibt auch andere Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen; Qualität wird sich auf Dauer durchsetzen. Es darf ja auch bei einem Wettbewerb eines nicht vergessen werden, die Musik soll neben technischer Perfektion - um mit Mozart zu sprechen - „doch dabei vergnügen, folglich allzeit Musik bleiben.“ Wenn uns ein Ton berührt, dann denken wir nicht, das ist aber jetzt besser als das, was ich vorher gehört habe, sondern man ist unmittelbar angerührt.

Frage: Haben Sie noch Augsburg als Mozart-Stadt, Ihren Auftritt im Januar bei der Mozartiana, u.a. mit Baiba Skride, in Erinnerung?

Achim Fiedler: Mir ist das gemeinsame Musizieren mit dem CONCERTINO Ensemble des Leopold-Mozart-Zentrums in bester Erinnerung. Ebenso die Wiederbegegnung mit Baiba Skride, die ich als 17jährige bei ihrem Debüt beim Lucerne Festival begleitete, übrigens auch mit Mozart. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, war die Reaktion des Publikums auf das Werk von Johannes X. Schachtner – schön, dass auch diese neue Musik beim Augsburger Publikum so ankommt.