Pressemitteilung

2016 waren wieder junge Talente aus aller Welt nach Augsburg eingeladen: Vom 3. bis 14. Mai 2016 fand der 9. Internationale Violinwettbewerb Leopold Mozart statt – ein glanzvolles Geigenfest in der deutschen Mozartstadt. Bewerben konnten sich talentierte Geiger zwischen 15 und 30 Jahren. Träger des Wettbewerbs ist das Leopold-Mozart-Kuratorium Augsburg in Kooperation mit der Universität Augsburg.

Die Gewinner des 9. Internationalen Violinwettbewerbs Leopold Mozart Augsburg 2016
Nach einem spannenden Finale im Kongress am Park Augsburg stehen die Gewinner des 9. Internationalen Violinwettbewerbs Leopold Mozart Augsburg 2016 fest:
Den Mozartpreis – 1. Preis, verbunden mit dem Sonderpreis „CD-Produktion“ sowie den Publikumspreis gewann Ji Won Song (*1992, Südkorea). Den 2. Preis, den Sonderpreis „Auftragswerk“ sowie den Sonderpreis „Kronberg Academy“ erspielte sich Ziyu He (*1999, China). Der 3. Preis – Rainer-Liebich-Preis, der Preis der Jugendjury und der Preis des Münchner Rundfunkorchesters ging an Jae Hyeong Lee (*1992, Südkorea).

Zudem gewann Haruna Shinoyama (*1994, Japan) den Sonderpreis „Schwäbische Kammermusik“, Anna Göckel (*1992, Frankreich) den Sonderpreis „Meisterkurs Kloster Schöntal“. Über Jugendförderpreise durften sich Wonbeen Chung (*1997, Südkorea), Honoka Kikukawa (*1999, Japan), Hana Mundiya (*1997, USA) und Anne Maria Wehrmeyer (*2000, Deutschland) freuen.

Auch wenn die zahlreichen Preise sowie die Konzertengagements begehrt waren, ging es für die jungen Musiker um mehr: Der renommierte Augsburger Wettbewerb war schon Sprungbrett für so manche internationale Karriere, wie die der bisherigen Preisträger Isabelle Faust (1987), Benjamin Schmid (1991), Lena Neudauer (1999), Yura Lee (2006) oder Jehye Lee (2009) zeigen.

Neues im künstlerischen Konzept
Lag in der ersten Runde der Fokus besonders auf dem solistischen Spiel, so präsentieren sich die verbliebenen zwölf Kandidaten in der zweiten Runde als Kammermusikpartner – gleichberechtigtes, gemeinsames Musizieren war nun gefragt. Im Trio des 1765 in Nassenbeuren geborenen Pianisten Franz Xaver Kleinheinz spielt die Geige sogar nur eine untergeordnete Rolle, im Mittelpunkt steht der konzertierende Klavierpart.

Die diesjährige Auftragskomposition stammt vom Gautinger Komponisten Johannes X. Schachtner. „Florilegium – Hommage à Leopold Mozart“ greift Mozarts „Versuch einer gründlichen Violinschule“ auf, das erste Lehrwerk für das Geigenspiel, das Anweisungen zu Bogentechnik, Triller, Lagenwechsel und Verzierungen ebenso enthält wie Erklärungen zu Taktarten, Tempo, Notation und der richtigen Haltung. In Schachtners Komposition treffen die bei Mozart beschrieben Techniken auf die heutige, erweiterte Violintechnik und die Klangsprache des 21. Jahrhunderts.

Neues im Rahmenprogramm
Neuerungen fanden sich auch im abwechslungsreichen Rahmenprogramm:
-    Mit den „Sonate all’Epistola I-IV“, den Kirchensonaten von Wolfgang Amadeus Mozart, nahmen sich schon vor Beginn des Wettbewerbs vier Augsburger Kirchenmusiker an und banden diese mit Unterstützung von Studierenden des Leopold-Mozart-Zentrums der Universität Augsburg originalgetreu in die Gottesdienste der Kirchen Ev. St. Ulrich, St. Moritz, St. Anna sowie der Basilika St. Ulrich und Afra mit ein.
-    Verschiedene Workshops, Vorträge und Meisterklassen beschäftigten sich u. a. mit Leopold Mozarts Lehrbuch „Versuch einer gründlichen Musikschule“.
-    Florian Leonhard Fine Violins London präsentierte im Foyer des Hotels Drei Mohren eine Auswahl an seltenen und exklusiven Violinen.
-     In der Geigen- und Bogenbauwerkstatt konnten die Besucher den Geigenbauern Robert König und Michael Betcher sowie dem Bogenbauer B. Michael Dölling beim Bau eines Instrumentes sowie eines Bogens über die Schulter schauen.

Nicht zu übersehen war der neue Auftritt der Internationalen Violinwettbewerbs, gestaltet von der Agentur KW Neun: Plakativ, bunt und modern präsentiert sich nun Leopold mit seiner Geige.

Eine angesehene, internationale Fachjury
Mit angesehenen Musikpädagogen und Künstlern war die internationale Fachjury unter dem Vorsitz von Prof. Paul Roczek aus Österreich besetzt. Der Jury gehörten Achim Fiedler, Suzanne Gessner, Vladimir Ivanov, Min Kim, Senta Kraemer, Baiba Skride und Wei-Dong Tong an.

Eine Jugendjury kürte ihre eigene Preisträgerin, Jae Hyeong Lee. Die jugendlichen Mitglieder mussten sich in einem besonderen Konzertprogramm für diese Aufgabe qualifizieren.

Vielfältige Nachwuchsförderung

 „Die Förderung des musikalischen Nachwuchses ist eine unserer Hauptaufgaben“, sagt Paul Waning, seit 2014 Erster Vorsitzender des Leopold-Mozart-Kuratoriums Augsburg e.V. Deshalb wurde eine Zusammenarbeit mit ausgewählten Schulklassen der Region durchgeführt. So besuchte Maia Cabeza, die 1. Preisträgerin des 8. Internationalen Violinwettbewerbs Leopold Mozart 2013, die Mozartklasse der Deutschen Mozart-Gesellschaft. Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren erfuhren bei einem Lernspaziergang Wissenswertes rund um das Thema Geige.

Wettbewerb und Universität – eine bereichernde Zusammenarbeit
Fortgesetzt wurde die Zusammenarbeit mit der Mozartforschung an der Universität Augsburg. Das Thema „Mozart und seine Zeitgenossen aus Bayerisch-Schwaben“ spiegelte sich beim Wettbewerb in einem Werk dieser Epoche wider. Ausgewählt wurde das „Klaviertrio op. 13“ des Beethovenschülers und Mozart-Zeitgenossen Franz Xaver Kleinheinz (1765– 1832).

In vielfältiger Weise waren zahlreiche Studierende des Leopold-Mozart-Zentrums der Universität Augsburg am Wettbewerb beteiligt. Sie bekamen u. a. erste Einblicke in das Musikmanagement und waren an verschiedenen Konzerten und am Rahmenprogramm beteiligt.

Das 2013 mit großem Erfolg eingeführte Live-Streaming, umgesetzt vom Medienlabor der Universität, gab es auch 2016 wieder. Zum ersten Mal wurde die Bewerbung für den Wettbewerb online durchgeführt. Auch dies war ein Projekt für die Studierenden, die die Verarbeitung und Aufbereitung der digitalen Anmeldedaten und der hochgeladenen Tondateien übernommen hatten.

Glanzvolle Konzerte, knisternde Wettbewerbsatmosphäre
Mit spannenden Wettbewerbsrunden und glanzvollen Konzerten bildete der Internationale Violinwettbewerb Leopold Mozart ein Highlight im Augsburger Konzertjahr 2016. Zur Eröffnung im Goldenen Saal des Rathauses mit den Augsburger Philharmonikern war als Solistin Maia Cabeza eingeladen, die wunderbare 1. Preisträgerin von 2013. Die Orchesterkonzerte der dritten und vierten Wettbewerbsrunde im Kongress am Park begleitete das Münchner Rundfunkorchester.

Kurzporträt
Der Internationale Violinwettbewerb Leopold Mozart wird seit 1987 in meist 3-jährigem Turnus veranstaltet. Er erinnert an den Vater von Wolfgang Amadé Mozart. Leopold Mozart (1719–1787) wurde in Augsburg geboren und veröffentlichte 1756 in seiner Heimatstadt seine berühmte „Gründliche Violinschule“. Ziel des Wettbewerbs ist es, auf der Grundlage dieses großen Lehrwerks die musikalische Jugend von heute zu fördern. Träger des Wettbewerbs ist das Leopold-Mozart-Kuratorium e.V. in Kooperation mit dem Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg.

Ausblick 2019
Der 10. Internationale Violinwettbewerb Leopold Mozart wird im Mai/Juni 2019 veranstaltet.
In diesem Jahr wird ein einmaliges Doppeljubiläum stattfinden, das das Leopold-Mozart-Kuratorium mit dem Deutschen Mozartfest in Augsburg gemeinsam feiern wird: Der 300. Geburtstag Leopold Mozarts und der 10. Internationale Violinwettbewerb Leopold Mozart. Freuen Sie sich jetzt schon auf ein besonderes Jubiläumsjahr!


Internationaler Violinwettbewerb Leopold Mozart
Maximilianstraße 59
86150 Augsburg
Germany
Telefon 0049 / (0)821 / 324-4892
info@leopold-mozart-competition.de
www.leopold-mozart-competition.de

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Deutsche Mozart-Gesellschaft
Julika Jahnke
Frauentorstraße 30
86152 Augsburg
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Telefon 0049 / (0)821 / 51 85 88
Telefax 0049 / (0)821 / 15 72 28
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