Die Ursprünge der Mozarts

Die Vorfahren von Wolfgang Amadé Mozart stammen aus Bayerisch-Schwaben, der Gegend zwischen Lech, Donau und Allgäu. In den zahlreichen Dokumenten aus dieser Region sind für den Namen Mozart sehr unterschiedliche Schreibweisen belegt, wie "Motzhart", "Mutzhart", "Mutzert" oder "Motzard". Alle sind jedoch mit dem Begriff "Motz", was soviel wie "Moor" bedeutet, in Verbindung zu bringen.

Der früheste bekannte Namensträger, ein Heinrich Motzhart aus Fischach, wird am 7. Dezember 1331 in dem Urkundenbuch des Klosters Oberschönenfeld erwähnt. Der älteste nachweisliche Vorfahr von Leopold und Wolfgang Amadé Mozart ist Andris Motzhart aus Aretsried. Dieser erhielt am 13. Februar 1486 vom Abt in Kaisheim ein Gut im Fischacher Weiler Heimberg.

Ab dem 15. Jahrhundert finden sich in über 30 Dörfern im waldreichen Gebiet rund um Fischach südwestlich von Augsburg, dem sogenannten Mozartwinkel, 600 Namensträger. Diese Mozarts waren Bauern, Uhrmacher, Kunstmaler, Buchdrucker, Buchbinder, Baumeister, Maurer und Lehrer.

Heute verzeichnet das Augsburger Telefonbuch sieben Mozarts. Die letzte direkte Verwandte, Caroline Jakobine Grau, geborene Mozart, starb 1965.

In Heimberg steht das älteste, noch existierende Anwesen eines Mozart-Vorfahren, ein Bauernhaus. Weitere Bauten im Mozartwinkel erinnern an die berühmte Familie und insbesondere an Hans Georg Mozart (1647 - 1719), Leopolds Großonkel. Der erfolgreiche Barockbaumeister leitete die Umbauarbeiten an der Pfarrkirche St. Adelgundis in Anhausen. Auch der Chor (1708), der Turmoberbau (1711) und wahrscheinlich das Langhaus stammen von ihm. Des Weiteren lieferte er die Pläne für den Umbau der Pfarrkirche St. Blasius im Hirblingen.