Wohnhaus Johann Andreas Stein

Der anerkannte Augsburger Klavier- und Orgelbauer Johann Andreas Stein (1728 - 1792) war ein langjähriger Freund der Familie Mozart. Er gilt als Erfinder der "Deutschen Pianofortemechanik", die später auch "Wiener Mechanik" genannt wurde. Bei der damals bahnbrechenden Prellmechanik wurden die Hämmerchen zum ersten Mal direkt an die Tastenhebel montiert. Die Stein-Instrumente wurden schnell berühmt und verkauften sich in ganz Europa.

Johann Andreas Steins Tochter Nanette (1769 - 1833) wurde durch ihren Vater zur Klavierbauerin ausgebildet. Sie heiratete Johann Andreas Streicher, Friedrich Schillers Jugendfreund, mit dem sie in Wien nach dem Tod ihres Vaters die Werkstatt weiterführte. Dort stand sie in engem Kontakt zu Ludwig van Beethoven, dem sie einen Spezialflügel wegen seiner Schwerhörigkeit anfertigte. Außerdem war sie als Komponistin, Sängerin und Übersetzerin tätig. Das Leopold-Mozart-Kuratorium ist Eigentümer einer der Nanette-Streicher-Flügel.

Während des vierzehntägigen Aufenthalts mit seinen Kindern in Augsburg erwarb Leopold Mozart 1763 in Steins Werkstatt ein Reiseklavier, das Wolfgang Amadé jahrelang benutzt hat. 1777 machte Wolfgang Amadé auf der Durchreise nach Paris Station in Augsburg und besuchte auch den Instrumentenbauer in dessen Wohnhaus am heutigen Ulrichplatz 10. Sein Konzert am 22. Oktober im Konzertsaal des Fuggerpalastes - sein einziger öffentlicher Auftritt in Augsburg im Jahr 1777 - spielte Wolfgang Amadé auf einem Steinschen Hammerflügel. Einen Tag später besuchte er mit Stein und dem "Bäsle" die Barfüßerkirche, deren Orgel ebenfalls aus der Stein’schen Werkstatt stammte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Barfüßerkirche durch einen Bombentreffer fast komplett zerstört und mit ihr auch die Steinsche Orgel. Heute kann man den noch stehenden Altarraum besichtigen und den Klang einer neuen Orgel genießen.


Wohnhaus Johann Andreas Stein
Ulrichsplatz 10
86150 Augsburg