Maximilianstraße

Zahlreiche Gebäude entlang der Maximilianstraße erinnern an die Augsburger Aufenthalte und Beziehungen Leopold und Wolfgang Amadé Mozarts. In der Kirche St. Ulrich und Afra am südlichen Ende der Prachtstraße war Leopold während seiner Augsburger Schulzeit Sängerknabe. 1763 besuchte Wolfgang Amadé mit der ganzen Familie das dazu gehörige Benediktinerkloster und die Kirche. 1777 spielte er auf der nicht mehr erhaltenen Fugger-Orgel. Wenige Tage später gab Wolfgang Amadé ein Konzert im Stadtpalast der Fugger. Wenige Straßennummern weiter steht das Hotel Drei Mohren, in dem die Familie Mozart 1763 und 1766 logierte. 1763 und 1777 besuchte Wolfgang Amadé einen langjährigen Freund der Mozarts, den Klavier- und Orgelbauer Johann Andreas Stein (1728 - 1792) in seinem Wohnhaus am Ulrichsplatz 10.

Die heutige Maximilianstraße entspricht – zumindest auf der Teilstrecke vom Rathaus zum Merkurbrunnen – der Via Claudia, die durch die Römer angelegt und rasch eine der wichtigsten Handelsrouten zwischen Rom und seiner nördlichen Provinz Rätien wurde.

Mit dem Aufstieg der Reichsstadt zur europäischen Finanzmetropole im Verlauf des 16. Jahrhunderts wurde die Maximilianstraße Mittelpunkt der Stadt, der Ort, an dem sich das politische und finanzielle Leben Augsburgs abspielte: Patrizierfamilien, Kaufleute und Bankiers errichteten dort ihre Handelsniederlassungen und Stadtpalais. Dementsprechend hoch waren die Preise für die begehrten Bauplätze, was die Bebauungspraxis und damit das Erscheinungsbild der Maximilianstraße stark beeinflusste. Hinter den schmalen Straßenfassaden erstreckten sich die Häuser bis weit nach hinten; zahlreiche Innenhöfe lockerten die enge Bebauung auf und sind heute noch Höhepunkte jeder Erkundungstour durch die Stadt.