Kleiner Goldener Saal

Vom 1729 bis 1735 besuchte Leopold Mozart das Gymnasium im Jesuitenkolleg St. Salvator. Zu seinen Mitschülern zählten Vertreter bedeutender Augsburger Patrizierfamilien, wie die der Fugger, Ilsung, Rehling und Imhof. Bei den Jesuiten genoss Leopold nicht nur eine anspruchsvolle, umfassende humanistische Bildung - auf dem Lehrplan standen neben religiösen Fächern nicht nur Geschichte, Latein und Griechisch, Mathematik und Physik -, sondern er wurde auch künstlerisch und musikalisch gefördert. Bereits als vierjähriger Elementarschüler stand Leopold auf der Bühne des Schultheaters. Es folgten sieben weitere Aufführungen. Die Bühne war vermutlich im Saal der Großen Marianischen Kongregation untergebracht, dem heutigen Kleinen Goldenen Saal.

Der Kleine Goldene Saal wurde von 1763-1765 als neuer Kongregationssaal des Jesuitenkollegs St. Salvator erbaut. Der prachtvolle Rokoko-Saal ist der einzige erhaltene Raum, der noch an den von den Fuggern 1580 gestiftete Gebäudekomplex erinnert. Dieser umfasste neben der Kirche auch ein Gymnasium, das junge Augsburger ohne Standesunterschied kostenlos besuchen konnten. 1661 wurde das Seminar St. Joseph eröffnet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden alle Gebäude des Stiftes – bis auf den Kleinen Goldenen Saal – abgerissen.

Die Stuckarbeiten des Rokoko-Saales stammen von Johann Michael Feichtmayr (1709 - 1722); die Deckenfresken sind von dem bedeutenden süddeutschen Maler Matthäus Günther (1705 - 1788) gefertigt worden. In den Deckenfresken ist unter anderem das Originalgebäude zu erkennen.

Der Kleine Goldene Saal ist heute ein beliebter Aufführungsort, nicht zuletzt aufgrund seiner herausragenden Akustik.


Kleiner Goldener Saal
Jesuitengasse 12
86152 Augsburg

Zu weiteren Informationen siehe auch
Kleiner Goldener Saal - Homepage der Stadt Augsburg