Fuggerei

1681 zieht Franz Mozart (1649 - 1694) mit seiner Familie in die Mittlere Gasse 14 der Fuggerei, die von Jakob Fugger dem Reichen gestiftete Wohnsiedlung für bedürftige Augsburger Bürger. Vermutlich war Franz Mozart hier als Stiftungsmaurermeister angestellt.

Leopolds Großvater hatte nicht so viel Glück wie die anderen Mozarts: Sein Vater David (1620 - 1685), der erste in der Freien Reichsstadt Augsburg ansässige Mozart, war ein erfolgreicher Maurermeister und Barockarchitekt gewesen. Sein jüngerer Bruder war der angesehene Augsburger Barockbaumeister und spätere Werkmeister des Domkapitels Hans Georg Mozart (1647 - 1719). Sein ältester Bruder Michael (1655 - 1728) hatte als Bildhauer Karriere in Wien gemacht.

Am Haus der Mittleren Gasse 14 ist eine Gedenktafel angebracht, die an Franz Mozart erinnert – allerdings mit falschem Todesdatum.

Die Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung der Welt, wurde von Jakob Fugger dem Reichen (1469 - 1525) als "Stadt in der Stadt" gestiftet. Die Reihenhäuser, deren Wohnungen jeweils einen eigenen Eingang haben, gelten heute als wegweisend für den sozialen Wohnungsbau. Die Siedlung wurde 1944 durch einen Fliegerangriff stark beschädigt. Noch vor der Währungsreform sorgten die Fugger’schen Stiftungen für den Wiederaufbau. Einige Gebäude konnten bereits 1947 wieder bezogen konnten.

Derzeit leben ca. 150 Menschen in der Fuggerei. Die Voraussetzungen, in der Fuggerei zu wohnen, sind im Stiftungsbrief von 1521 festgelegt und gültig bis auf den heutigen Tag: Als katholischer Augsburger unverschuldet in Not geraten zu sein und einen guten Ruf zu haben. Die Jahreskaltmiete beträgt immer noch den nominellen Gegenwert eines Rheinischen Guldens (umgerechnet 0,88 Euro). Die wahre Miete allerdings ist das tägliche Gebet für das Seelenheil des Stifters und der Wohltäter.


Fuggerei Augsburg
Jakoberstraße 26
86152 Augsburg

Zu weiteren Informationen siehe auch
Fuggerei - Homepage der Fugger